Karolina Pliskova gewinnt Tennis-Krimi

Die "24. Generali Ladies" in der Linzer Tips Arena haben eine Siegerin: Karolina Pliskova aus Tschechien hat in einem fast zweieinhalbstündigen Final-Krimi die Italienerin Camila Giorgi mit 6:7 (4/7), 6:3 und 7:6 (7/4) bezwungen.

Dass es ein unspektakuläres Finale gewesen ist, kann wirklich niemand behaupten. Fast zweieinhalb Stunden hat Karolina Pliskova (22) gebraucht, bis sie endlich den Pokal des 24. Generali Ladies in die Höhe recken durfte - auch weil ihre gleichaltrige Gegnerin sich beharrlich weigerte, sich zu irgendeinem Zeitpunkt damit zufrieden zu geben, am Ende vielleicht doch nur die Zweitplatzierte zu sein. Bereits im ersten Satz hatte Pliskova mit 5:3 geführt und den Satz noch im Tiebreak verloren, auch im zweiten Satz sah es kurze Zeit so aus, als würde Camila Giorgi erneut eine Aufholjagd gelingen.

Die kam dafür dann im dritten Satz: Pliskova ließ sich bei 0:1 am Oberschenkel behandeln - und gewann direkt im Anschluss erst einmal fünf Games in Folge zum 5:1. Wer zu diesem Zeitpunkt dachte, das Match sei bereits vorbei, hatte allerdings nicht mit dem Kampfgeist der fast einen Kopf kleineren Italienerin gerechnet: Giorgi setzte jetzt jeden Ball auf die Linie, riskierte alles - und hatte beim Stand von 6:5 sogar einen Matchball, den Pliskova nur mit Mühe abwehrte. "Camila hat eine fantastische Woche gespielt", sagte die Tschechin anschließend bei der Siegerehrung, "sie hätte den Sieg genauso verdient gehabt." Für Pliskova ist der Turniersieg beim Generali Ladies bereits der dritte Titel auf der WTA-Tour, nach Erfolgen in Seoul (2014) und Kuala Lumpur (2013).

Nicht nur ihren ersten Titel feierten im Doppel-Bewerb Raluca Olaru aus Rumänien und Anna Tatishvili aus den USA. "Wir haben hier zum allerersten Mal zusammen gespielt", sagte Tatishvili bei der Siegerehrung. "Und dann gleich ein Turnier gewonnen - was für eine unglaubliche Woche!" Im Finale besiegte das rumänisch-amerikanische Gespann Caroline Garcia (FRA) und Annika Beck (GER) mit 6:2 und 6:1. Auf dem Weg ins Endspiel warfen die späteren Siegerinnen bereits die gesetzten Tschechinnen Lucie Hradecka und Barbora Zahlavova Strycova sowie die Vorjahresfinalistinnen Gabriela Dabrowski (CAN) und Alicja Rosolska (POL) aus dem Turnier. Für Annika Beck war es trotzdem eine erfolgreiche Woche, auch wenn es letztlich nicht zum Turniersieg gereicht hat. "Aber wer hätte das noch vor einem Jahr gedacht, dass ausgerechnet ich mal in einem Doppel-Finale stehen würde", sagte sie nach dem Match. "Ich selbst ganz bestimmt nicht."