An der schönen bunten Donau. Linz verändert die Donau - und umgekehrt

Wie es der lange gebräuchliche Beiname der Stadt so prägnant ausdrückt, liegt Linz an der Donau wie nur wenige andere österreichische Städte. Auch 2015 lädt die Kulturhauptstadt Europas – frischgekürt zur „UNESCO City of Media Arts“ – ihre Besucher ein, die Stadt auf allen Ebenen vom Wasser aus zu entdecken.

 'Lentos' und 'Lentia' lauten der keltische und der römische Name von Linz. Beide beziehen sich auf den Kurswechsel des Stroms, erzählen von der Geschichte der Linzer Wandlungen. Heute ist Linz eine Symbiose aus Industrie-, Kultur- und internationaler Medienstadt. Mit der Ernennung zur „UNESCO City of Media Arts“ zählt Linz wie etwa auch Lyon, Sapporo, Tel Aviv und Dakar zu den weltweit besonders zukunftsorientierten Orten und Metropolen. Neben technologischem Vordenkertum und visionärer Medienkunst bietet die Stadt am Donaufluss aber auch eine Vielzahl historischer und kultureller Highlights sowie kulinarischen Hochgenuss.

Kreatives Zentrum Europas

Die Highlights der UNESCO City of Media Arts sind das Ars Electronica Festival – als gravitierendes Zentrum technologischen Vordenkertums und visionärer Medienkunst – mit seinem jährlichen Festival und dem renommierten Prix Ars Electronica. Neben dem Museum der Zukunft werden die kulturellen Big Player der Kulturhauptstadt in Zukunft Gästen aus aller Welt digitale Medien-Kunst eng verwoben mit der Gesellschaft bieten. www.cityofmediarts.at

Linz - auf dem Weg zur größten Open-Air-Galerie der Welt:

Überdimensionale Graffiti zieren die Häuserwände im Hafen.

Derzeit können Sie 20 großflächige Bilder auf Fassaden von alten Industriebauten und Häuserwänden bestaunen. Erleben Sie überdimensionale Gemälde internationaler Sprayer und Graffiti-Künstler aus acht Nationen. Die Freiluftgalerie „Mural Harbor“ verwandelt den Handelshafen sukzessive zum urbanen Kunstraum im öffentlichen Raum: Im Rahmen der „Bubble Days“ wurden so in den letzten Jahren regelmäßig internationale Street Art- und Graffiti-Künstler nach Linz eingeladen.

Hafenrundfahrten

Neben den überdimensionalen Kunstwerken können Sie bei Ihrer Hafenrundfahrt auch Österreichs einzige Schiffswerft entdecken. Genießen Sie danach ein Stück Linzer Torte auf Ihrem Weg zurück, vorbei an wunderschönen Naturlandschaften und der Kulturmeile mit dem Lentos Kunstmuseum, dem Ars Electronica Center und dem Brucknerhaus.

  1. bubbledays.at I www.boxxoffice.at

 

Entdeckungen machen

Die Besucherinnen und Besucher von Linz sind eingeladen, Neues entdecken. Sich historische, kulturelle und andere Zusammenhänge auf spannende Weise für alle Sinne zu erschließen, bereichert den Aufenthalt mit Sinnlichkeit und Sinnstiftung.

Die Reflexionen der Vergangenheit an der Donau nützt Linz, um in die Zukunft zu schauen. Die erfolgreiche und lebenswerte Stadt trägt an der Donau dazu bei, das Potenzial und die Verbindungen dieses europäischen Stromes aus Geschichte und Kultur neu zu sehen und fortzuschreiben. www.linz2015.at

Mehr als eine Landschaft

Die Donau ist gerade in Oberösterreich weit mehr als jene faszinierend schöne Flusslandschaft, die von der Schlögener Donauschlinge über das Linzer Becken bis in den malerischen Strudengau nach Grein reicht. Wie der sprichwörtliche rote Faden zieht sie sich durch die Linzer Vergangenheit und in die Zukunft weiter. Die Kirchen, Schlösser, Burgen und Brücken an der Donau sind Stahl und Stein gewordene Zeugnisse schöner, bewegter aber auch grausamer Zeiten.

Königliche Straße

Die Donau war nichts weniger als die 'Straße der Kaiser der Könige'. Die Nibelungen bereisten sie ebenso wie römische Imperatoren. Die Kreuzritter zogen an ihr entlang, wie es auch König Ludwig VII. von Frankreich sowie Kaiser Friedrich Barbarossa mit ihrem Gefolge taten. Noch Ende des 19. Jahrhunderts führte die Brautreise der bayerischen Prinzessin Sisi von Straubing über Passau nach Linz und Wien. Dort wurde sie zur Kaiserin Elisabeth des Vielvölkerstaates der Habsburger. Dessen Hymne wurde in 11 Sprachen gesungen und als Donaumonarchie bezeichnet. www.strassederkaiserundkoenige.com

Grenze...

Über Jahrhunderte war der Fluss abwechselnd Trennlinie und Bindeglied der Kulturen und Regionen an seinen Ufern. Als 'Limes' grenzte er schon vor über 2.000 Jahren das römische Reich von den Ländern der 'Barbaren' nördlich der Donau ab. Römische Kaiser von Vespasian bis Marc Aurel schufen das für die einfache Landbevölkerung damals Unvorstellbare: einen steinernen Walls bis hinunter ans Schwarze Meer. Noch im 20. Jahrhundert verliefen nach dem Zweiten Weltkrieg die Grenzen der Besatzungszonen entlang der Donau und machten Linz zur geteilten Stadt. Später, im Kalten Krieg, gingen Teile des Eisernen Vorhangs an der Donau nieder. www.donau-limes.at

...und Bindeglied

Und doch war die Donau immer mehr als ein Wall aus Wasser. Wiederholt hat sie überregionale Verbindungen politischer, ökonomischer und anderer Art ermöglicht. Entlang der Donau verbreiteten christliche Missionare nicht nur ihren Glauben, sondern auch Kulturtechniken vom Alphabet bis zu Landwirtschaft und Gartenbau. Die zahlreichen Klöster an den Donauufern waren nicht nur spirituelle, sondern leistungsstarke Regionalentwicklungszentren. Das reiche barocke Erbe von Linz mit seinem einzigartigen Hauptplatz geht auf die von den Kirchen und Klöstern ausgehende Gegenreformation zurück. Mit der prunkvollen Weltverzauberung des Barock versuchte die katholische Kirche, dem aufklärerischen Protestantismus zu begegnen.

Erfinderisch!

In Linz ist der Entwicklergeist der frühen Kulturstifter lebendig geblieben. An der Donau liegen Paradebetriebe wie die voestalpine, die ihren Stahl auch über die Donau in alle Welt verschifft, die traditionsreiche Schiffswerft und Softwareschmieden – viele international erfolgreiche Unternehmen sind in Linz ansässig. Heute ist die Stadt das Gravitationszentrum der jüngst gegründeten Europaregion Donau-Moldau. Ihre Rolle geht dabei über jene der Namensgeberin hinaus.

Europa spüren

Linz zeigt stellvertretend für Europa, dass die Donau für Dynamik und Verbindung in Kultur und Wirtschaft steht. Als Handelsroute ist die Donau seit der Frühzeit unverzichtbar geblieben. Im Linzer Alltag vermittelt sie heute beispielhaft ein Gefühl für Europa. Wer den aus vielen Nationen stammenden, oft kyrillisch beschrifteten Schiffen mit den Augen auf ihrer Passage durch Linz folgt, für den wird der Europagedanke greifbar.

Menschsein & Lebensfreude

In Linz fügt sich das Erlebnis Donau in die wunderbare Auflösung vieler jahrhundertealter Konflikte ein. Hier lebt das Faszinosum Europa vom toleranten Akzeptieren kultureller Unterschiede. Menschsein hat in Linz einen hohen Stellenwert. Auch in der erfolgreichen Wirtschaft, der es nicht nur um vernünftige Erträge und Kapitalgrundlagen, sondern auch um das menschliche Maß geht.

Linz pflegt die Lebensfreude und die Kultur, und das kommt an der Donau besonders augenfällig zu tragen. Die Donau ist eine Linzer Lebensbühne, auf der Entschleunigung und sanftes Unterwegssein groß geschrieben werden. Radwanderer kommen auf dem Donauradweg und Wanderer über den Donausteig – in die Stadt.

In Linz erfahren sie eine Sinnlichkeit mit historischem Bewusstsein, verdankt die heimische Ess- und Trinkkultur doch Vieles der Donauvergangenheit. Dazu gehört die Kaffeetradition wie auch die Linzer Torte, die beide starke osmanische Verbindungen haben. Auch der Wein und das Wiener Schnitzel zählen dazu.

Bunte Donau

Am Strom erschließt sich am besten, wie großzügig sich Linz in den vergangenen Jahren vor allem zur Donau hin entfaltet hat. Hier ist die Donau längst nicht mehr nur blau, wie es der populäre Strauß-Walzer nahelegt, sondern bunt. Und das nicht nur in den Nachtstunden, wenn sich die sinnlichen Lichtinszenierungen die unverwechselbaren Umrisse der Kulturbauten Brucknerhaus, Lentos Kunstmuseum Linz und Ars Electronica Center im Wasser spiegeln. Die Linzer Stadtkulisse macht auch untertags nachhaltig Eindruck.

Kunstraum am Fluss

Denn die Donau in Linz ist ein Kunstraum – ein Open Air Museum, wo sich zwischen markanten Gebäuden wie dem Lentos Kunstmuseum Linz, dem Brucknerhaus und der Tabakfabrik aus Stahl gearbeitete Kunstwerke von Weltformat präsentieren. Sie stammen von Künstlern wie David Rabinowitch, Mathias Goeritz und Herbert Bayer und sind Zeugnisse des epochalen Kunsttreffens „Forum Metall“ im Jahr 1977. In Linz lässt sich auch erleben, wie die Donau verschiedene Kunstrichtungen zum Verschmelzen und zu neuer Blüte gebracht hat – sei es die Donauschule im 15. oder die Bauhaus-Bewegung im 20. Jahrhundert. www.linz.at/kultur/1043.asp