Der heiße Kampf um die Nummer eins

Barbara Haas jagt Tamira Paszek

 

Österreichs Tennisdamen haben ihre Fans zuletzt nicht sehr oft mit Erfolgserlebnissen verwöhnt. Umso erfreulicher wa der Turniersieg von Barbara Haas am Sonntag 20. September 2015: Die 19-Jährige hat das Finale des mit 25.000 Dollar dotierten Turniers in Podgorica gegen die Serbin Doroteja Eric mit 6:3, 6:1 gewonnen und damit einen tollen Schlusspunkt unter die Sandplatzsaison gesetzt. Zum Feiern blieb wenig Zeit, denn unmittelbar danach hat die Vorbereitung auf die Hartplatzsaison begonnen – mit voller Konzentration auf das 25. WTA-Turnier „Generali Ladies Linz“ vom 10. bis 18. Oktober 2015.
 

„Mit ihrem Super-Erfolg in Podgorica hat Babsi viel Selbstvertrauen getankt für Linz. Wir hoffen natürlich, dass Babsi von Turnierdirektorin Sandra Reichel eine Wildcard für den Hauptbewerb bekommt“, meint Jürgen Waber, der Trainer von Österreichs Top-Talent. Mit der „kontinuierlichen Entwicklung“ seines Schützlings ist Waber sehr zufrieden. „ Sie hat heuer schon beim WTA-Turnier in Bad Gastein sehr gut gespielt, es geht bei Babsi Monat für Monat in allen Bereichen aufwärts.“  Verbesserungs-Potenzial sieht Waber vor allem „in der Spieleröffnung und Aggressivität.“  Beide Bereiche seien in der Jugend nicht gefördert worden, konstatiert der Trainer, der von den jüngsten US Open in New York einen positiven Aspekt mitgenommen hat. „Roberta Vinci und Simona Halep haben den Beweis geliefert, dass auch kleinere Spielerinnen die Chance haben, sich gegen die Powerladies durchzusetzen - dank ihrer Schnelligkeit. Man muss nicht unbedingt groß und kräftig gebaut sein.“ Auch Barbara Haas ist bekanntlich ein eher zierlicher Typ, die Schnelligkeit zählt zu ihren Stärken.
 

In der Weltrangliste liegen die besten ÖTV-Spielerinnen Tamira Paszek (219) und Barbara Haas (237) im Moment noch jenseits von 200. Den Kampf um die Nummer-eins-Position in Österreich hat die 19-jährige Oberösterreicherin mit ihrem Turniersieg jedenfalls entfacht. Ihr Coach sieht das Duell eher entspannt. „Ich hoffe, dass Tamira bald wieder weiter vorne ist im Ranking. Sie hat bei den US Open Superleistungen gebracht, sie hat sich auch in ihrer Persönlichkeit entwickelt. Ich denke, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie den Sprung unter die Top 100 der Welt schafft. Wir brauchen Tamira als Zugpferd für unser Damentennis“, erklärt Jürgen Waber, der in seiner Funktion als Fed-Cup-Kapitän ein möglichst starkes ÖTV-Team stellen will. Und wo sieht er Barbara Haas in nächster Zukunft? „Unser Ziel ist, dass Babsi in ein bis zwei Jahren das Niveau erreicht hat, um bei Grand-Slam-Turnieren dabei zu sein. Zumindest in der Qualifikation.“
 

Kampf um Österreichs Nummer eins im Damentennis hin oder her: Die Fans beim „Generali Ladies Linz“ dürfen sich mit Tamira Paszek und Barbara Haas auf zwei top-motivierte heimische Spielerinnen freuen!