Safarova will Linz im Sturm erobern

„Zum 25-Jahr-Jubiläum wollen wir unseren treuen Partnern, Sponsoren und Tennisfans ein Turnier der Superlative bieten“, haben die „MatchMakers“ - Sandra und Peter Michael Reichel  - nach dem 24. „Generali Ladies Linz“ im Oktober 2014 verkündet. Und keiner, der die Reichels kennt, hat jemals daran gezweifelt, dass sie ihr Versprechen nicht wahr machen würden. Seit gestern, Mittwoch, sind die Linzer Tennis-Festspiele um eine weitere Attraktion reicher!
 

Fast rund um die Uhr hatte Turnierdirektorin Sandra Reichel in den vergangenen Tagen das Handy am Ohr und die Finger am Laptop, um nach Caroline Wozniacki, Roberta Vinci, Madison Keys, Sara Errani und Co. noch eine Weltklassespielerin für das silberne Jubiläumsfest zu verpflichten. Eine Spielerin, die derzeit ihr Karriere-Highlight erlebt – mit Platz sechs im aktuellen WTA-Ranking: Lucie Safarova!
 

Wie gesagt, unverhofft kommt manches Mal: Mit Lucie Safarova hat das 25. WTA-Turnier „Generali Ladies Linz“ im allerletzten Augenblick noch einen Jubiläumsgast von Weltklasseformat gewonnen! Ein paar Eckdaten aus Safarovas Leben: Die 28-jährige Tschechin, geboren am 4. Februar 1987 in Brünn, begann im zarten Alter von drei Jahren mit dem Tennisspielen. Sie gehört zu den wenigen Linkshänderinnen der WTA-Tour, auf der sie bislang sechs Einzeltitel gewann.
 
Lucie Safarova ist eine vielseitig begabte Frau. Sie spricht Tschechisch, Deutsch und Englisch, Lucie liebt Komödien, ihre Lieblingsschauspielerin ist Angelina Jolie. Zu ihren sportlichen Leidenschaften zählen noch Basketball, Schwimmen und Tischtennis.

Höhepunkte ihrer Karriere: 2005 feierte sie im Endspiel von Estoril ihren Premierensieg auf der WTA-Tour gegen die Chinesin Li Na in zwei Sätzen. 2007 in Melbourne erreichte sie erstmals in ihrer Karriere das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers.  Im April 2012 gelang ihr der erste WTA-Turniersieg im Doppel, als sie in Charleston an der Seite von Anastasia Pavlyuchenkova das Duo Medina Garrigues/Shvedova besiegte.

2014 stand Lucie Safarova bei den Australian Open, wie bereits im Vorjahr, im Viertelfinale der Doppelkonkurrenz. Damit kletterte sie in der Doppelweltrangliste auf Rang 15 – was eine neue persönliche Bestmarke bedeutete. Beim Grand-Slam-Turnier auf Rasen in Wimbledon schaffte Lucie Safarova sensationell den Sprung ins Halbfinale.

2015 gewann die Linkshänderin bei den Australian Open ihren ersten Grand-Slam-Titel; im Endspiel der Doppelkonkurrenz besiegte sie mit ihrer neuen Partnerin Bethanie Mattek-Sands in zwei Sätzen Chan Yung-jan und Zheng Jie. Mit ihrem sechsten Einzeltitel (Finalsieg in Doha über Azaranka) verbesserte sie sich in der WTA-Weltrangliste auf Position 11. Bei den French Open konnte sie im Achtelfinale erstmals Maria Sharapova besiegen, die als Titelverteidigerin an Position zwei gesetzt war. Nach einem weiteren Sieg (über Ana Ivanovic mit 7:5, 7:5) erreichte sie schließlich ihr erstes Grand-Slam-Finale im Einzel, das sie allerdings gegen Serena Williams in drei Sätzen verlor. Im Doppel dagegen gewann sie in Paris zusammen mit Mattek-Sands bereits ihren zweiten Grand-Slam-Titel.In der brandaktuellen Weltrangliste, veröffentlicht kurz vor Beginn des „Generali Ladies Linz,“ hat Lucie Safarova ihr Karriere-Highlight erreicht – mit Platz sechs!

Barbara Haas jagt Tamira Paszek

Lange zittern musste Barbara Haas, ob sie von Turnierdirektorin Sandra Reichel als zweite ÖTV-Spielerin nach Tamira Paszek eine Wildcard für den Hauptbewerb bekommt. Seit Mittwoch kann die 19-jährige Oberösterreicherin wieder ruhiger schlafen. Ja, „Babsi“ Haas erhält die heiß begehrte Wildcard, was im österreichischen Damentennis für eine gewisse Brisanz sorgt. Denn: Paszek ist als Nummer 213 der Welt zwar Österreichs aktuelle Nummer eins, aber Haas (Nr. 240) ist der Vorarlbergerin schon dicht auf den Fersen.
 
Die 19-Jährige hat im September mit ihrem Finalsieg bei dem mit 25.000 Dollar dotierten Turnier in Podgorica (6:3, 6:1 gegen die Serbin Doroteja Eric) einen tollen Schlusspunkt unter die Sandplatzsaison gesetzt. „Mit diesem Super-Erfolg hat Babsi viel Selbstvertrauen getankt für Linz“, meint Jürgen Waber, der Trainer von Österreichs Top-Talent.
 
Mit der „kontinuierlichen Entwicklung“ seines Schützlings ist Waber sehr zufrieden. „ Babsi hat heuer schon beim WTA-Turnier in Bad Gastein sehr gut gespielt, es geht Monat für Monat in allen Bereichen aufwärts.“ Verbesserungs-Potenzial sieht Waber vor allem „in der Spieleröffnung und Aggressivität.“ Beide Bereiche seien in der Jugend nicht gefördert worden, konstatiert der Trainer, der von den jüngsten US Open in New York einen positiven Aspekt mitgenommen hat. „Roberta Vinci und Simona Halep haben den Beweis geliefert, dass auch kleinere Spielerinnen die Chance haben, sich gegen die Powerladies durchzusetzen - dank ihrer Schnelligkeit. Man muss nicht unbedingt groß
und kräftig gebaut sein.“ Auch Barbara Haas ist bekanntlich ein eher zierlicher Typ, die Schnelligkeit zählt zu ihren Stärken.
 

Und wo sieht Jürgen Waber Barbara Haas in nächster Zukunft? „Unser Ziel ist, dass Babsi in ein bis zwei Jahren das Niveau erreicht hat, um bei Grand-Slam-Turnieren dabei zu sein. Zumindest in der Qualifikation.“ Auch Turnierbotschafterin Barbara Schett ist von der Entwicklung der jungen ÖTV-Spielerin „sehr angetan.“

Patricia Mayr-Achleitner und „Generali Young Ladies“ in der Qualifikation

Die Tennisfans dürfen sich beim Jubiläumsturnier auch in der Qualifikation auf top-motivierte heimische Spielerinnen freuen! Patricia Mayr-Achleitner, lange Jahre eine Fixstartering beim Generali Ladies, hat beim WTA-Turnier im Juli in Bad Gastein das Ende ihrer Karriere angekündigt und erhält von Sandra Reichel eine Wildcard. Mit Julia Grabher und Mira Antonitsch präsentieren sich zwei Mitglieder des „Generali Young Ladies Teams.“ Die vierte Wildcard wird im letzten Moment vergeben, eine Kandidatin ist die Oberösterreicherin Melanie Klaffner.