Standing Ovations für Österreichs Jüngste

Barbara Haas verpasst haarscharf eine gewaltige Überraschung

Den begeisterten Applaus hat sich Barbara Haas redlich verdient. Zwei Stunden und 18 Minuten hat es gedauert, bis wirklich ganz sicher war, dass der Österreicherin die – sind wir mal ehrlich: gewaltige – Überraschung gegen Barbora Strycova aus Tschechien nicht gelingen würde. 19 gegen 29 Jahre Lebenserfahrung, 40.000 Dollar gegen vier Millionen Dollar gesammeltes Preisgeld, Weltranglistenposition 240 gegen Weltranglistenposition 38. Die Zahlen sprachen wahrlich nicht für die heimische Nachwuchshoffnung.

Und dann dieser verflixte erste Satz mit 0:6: „Ich war einfach total nervös“, sagt sie und lacht, als würde sie auf eine längst überwundene jugendliche Schwäche zurückblicken. Immerhin hat sie anschließend bewiesen, dass sie sich vor der haushohen Favoritin überhaupt nicht verstecken muss.

Immer wieder sah es so aus, als wäre das Match gelaufen, erst recht für eine auf der WTA-Tour noch verhältnismäßig unerfahrene Spielerin, und dann überraschte Haas das Publikum doch immer wieder. Beim Stand von 3:5 im zweiten Satz, den Haas im Tie-Break gewann, zum Beispiel. Oder im dritten Satz bei 1:5, als sie sich noch einmal bis auf zwei Punkte an den Ausgleich herankämpfte. „Ich sehe an so einem Match, wie nah ich dran bin“, sagt sie. „Ich muss einfach nur noch ein bisschen mehr an mich glauben.“