US-Open Finalistin kommt nach Linz

25 Jahre „Generali Ladies Linz“: Turnier-Botschafterin Barbara Schett freut sich auf tolle Jubiläumsgäste
 
US-Open-Finalistin kommt nach Linz

Sandra Reichel, der Turnierdirektorin des WTA-Turniers „Generali Ladies Linz“ vom 10. bis 18. Oktober 2015 in der TipsArena, ist der nächste große Coup gelungen. Nach Caroline Wozniacki, der aktuellen Nummer sechs der Welt, und Sara Errani hat Reichel die nächste Weltklassespielerin für das Jubiläumsturnier engagiert: Roberta Vinci!

Die 32-jährige Italienerin hat sich in ihrer Karriere vor allem als Doppelspezialistin einen Namen gemacht. Im Fed Cup stand Roberta in jenem Team, das im Jahr 2006 erstmals diesen Bewerb für Italien gewonnen hat -  mit Mara Santangelo, Flavia Pennetta und Francesca Schiavone. In den Jahren 2009 und 2010 konnte Vinci diesen Erfolg mit der italienischen Mannschaft wiederholen. Bemerkenswert dabei: sie hat bei Fed-Cup-Einsätzen erst im Februar 2015 ihr erstes Doppel verloren (Bilanz: 18:1).

Mit ihrer Doppelpartnerin Sara Errani erreichte Roberta Vinci 2012 zunächst das Finale der Australien Open, das sie gegen Svetlana Kuznetsova und Vera Zvonareva mit 7:5, 4:6 und 3:6 verloren. Am 8. Juni 2012 gewannen die beiden in Paris bei den French Open ihren ersten Grand-Slam-Titel im Doppel mit einem Finalsieg über die Paarung Maria Kirilenko/Nadia Petrova. Bis 2014 gewann das Superduo Errani/Vinci bei allen vier Grand-Slam-Turnieren mindestens ein Mal die Doppelkonkurrenz. Seit der 2:3-Niederlage im Fed Cup gegen Frankreich im Februar 2015 (Vinci/Errani verloren dabei ihre Doppelpartie gegen Carolina Garcia und Kristina Mladenovic deutlich mit 1:6, 2:6) treten sie nicht mehr als Duo an.

Im Einzel hat Roberta Vinci zuletzt bei den US Open 2015 in New York für Furore gesorgt.  Ihr Sieg im Halbfinale gegen Serena Williams war tatsächlich eine der größten Sensationen der Tennisgeschichte, der Triumph der Nummer 43 der Weltrangliste gegen die Nummer eins war den Medien weltweit eine dicke Schlagzeile wert. Roberta hat an diesem Tag das wohl beste Tennis ihres Lebens gespielt. Und ganz Italien tanzte und feierte -  speziell nach dem Finaltriumph der 33-jährigen Flavia Pennetta, die ihre vom Halbfinal-Hit gegen Serena Williams ein wenig müde Freundin Roberta Vinci mit 7:6, 6:2 besiegte.

Vor der Siegerzeremonie der US Open ist Roberta in lieber Eintracht neben der Überraschungssiegerin Pennetta gesessen. Es sei ein „Wochenende der Wunder“ gewesen, meinte Vinci später.

„Gegen Roberta Vinci hab ich sogar noch gespielt“, erinnert sich Barbara Schett, Eurosport-Tennisexpertin und Turnier-Botschafterin beim „Generali Ladies Linz.“ „Sie hat sich durch das Doppel auch als Einzelspielerin etabliert. Durch ihre variantenreiche Spielweise haben junge Spielerinnen extreme Probleme. Roberta zerstört den Rhythmus ihrer Gegnerinnen, vor allem jener, die nur gerade draufknallen. Ich persönlich schaue ihr gerne zu. Ganz ehrlich gesagt: Den Sieg

gegen Serena hätte ich ihr nicht zugetraut. Serena war extrem nervös und konnte sich kaum bewegen, trotzdem muss man die Nummer eins der Welt erst einmal schlagen. Und beim Interview auf dem Platz nach dem Match hat sich die Italienerin in die Herzen des Publikums gesprochen. Herzlich, normal, lustig“, verrät Österreichs ehemalige Weltklassespielerin. Und Barbara Schett hält es für durchaus realistisch, dass man nach dem Finale des Linzer Jubiläumsturniers aus dem Munde von Roberta Vinci hören kann: „Veni, vidi, vici!“ Ich kam, sah, und siegte!
 

Italienerinnen und Deutsche spielen „Quartett“

Eine Italienerin kommt selten allein! Beim „Generali Ladies Linz“ bilden sie sogar ein Quartett, denn neben der als Nummer vier gesetzten Sara Errani und US-Open-Finalistin Roberta Vinci dürfen sich die Tennisfans auch auf Karin Knapp und Camila Giorgi freuen. Karin Knapp durfte sich heuer schon als Turniersiegerin feiern lassen (beim WTA-Turnier in Nürnberg), in Bad Gastein absolvierte sie einen speziellen Kraftakt. Weil ihr Halbfinalspiel am Samstag witterungsbedingt auf Sonntag verschoben werden musste, hatte Karin Knapp innerhalb weniger Stunden zwei Spiele zu absolvieren. Am Vormittag gewann sie das Halbfinal-Prestigeduell gegen ihre Landsfrau Sara Errani, im Endspiel am Nachmittag machte sich dann der Kräfteverschleiß bemerkbar und die Australierin Samantha Stosur hatte das bessere Ende für sich.
 
Als Quartett treten auch die deutschen Spielerinnen in Linz auf: Carina Witthöft, Julia Görges, Mona Barthel und Annika Beck bilden eine starke Armada. Und mit der Slowakin Daniela Hantuchova kommt sogar eine Spielerin zum silbernen Jubiläum eines Turniers, das sie schon ein Mal gewonnen hat.

„Auf eine Spielerin freue ich mich auch sehr“, sagte Barbara Schett am Montag beim Pressegespräch im Hause der Generali-Versicherung in Wien. „Auf Madison Keys. Sie ist der Shooting-Star im US-Team und wird von Lindsay Davenport, einer ehemaligen Linz-Siegerin, betreut“, meinte Schett, die 1992 selbst beim Generali Ladies gespielt hat und sich noch gut daran erinnert, dass sie mit 200 Dollar Preisgeld nach Hause gefahren ist. „Im Jahr 1994 war es dann schon ein bisschen mehr“, erinnerte sich die ehemalige Nummer sieben der Weltrangliste. Turnierdirektorin Sandra Reichel war übrigens eine Spielerin der ersten Stunde beim Premieren-Turnier im Jahr 1991. Sie hat sich beim Pressegespräch ganz besonders herzlich beim „unglaublich treuen Partner Generali Versicherung“ bedankt. Und Generali-Vertriebsvorstand Arno Schuchter meinte ergänzend: „Was lange währt, ist auch schon lange gut.“

Und wie stark ist Österreichs Damentennis beim 25. „Generali Ladies Linz“ präsent? „Tamira Paszek und Barbara Haas bekommen eine Wildcard, Mira Antonitsch und Julia Grabher für die Qualifikation", erklärt Turnierdirektorin Sandra Reichel, die sich bekanntlich jedes Jahr bemüht, österreichischen Spielerinnen die Chance zu geben, sich in Linz im Hauptfeld zu präsentieren. „Ich freue mich schon sehr auf Linz und bin Sandra Reichel sehr dankbar für das Vertrauen, das sie in mich setzt“, sagte Tamira Paszek bei den US Open in New York.