2017

Hawk-Eye feiert Comeback

Barbara Schett: „Es ist spannend und das  Herumdiskutieren hört sich auf“

Linz, 07/10/2017. –  „In“ oder „out?“ Eine Frage, die sich mit freiem Auge oft sehr schwierig oder gar nicht beantworten lässt. Ergo muss man sich in der Tenniswelt zur Wahrheitsfindung eines Hilfsmittels namens „Hawk-Eye“ bedienen. Ein System, das heuer auch bei der Premiere des WTA-Turniers „Upper Austria Ladies Linz“ zum Einsatz kommt.

„Ja, wir sind sehr stolz darauf, dass Hawk-Eye nach fünfjähriger Pause ein Comeback bei unserem Linzer Damentennis-Klassiker feiert“, erklärt Turnierdirektorin Sandra Reichel. Und Turnierbotschafterin Barbara Schett ergänzt: „Es ist toll für die Spielerin, dass sofort Klarheit herrscht. Da gibt es kein Herumgeplärre und kein Diskutieren mit dem Schiedsrichter. Das Hawk-Eye macht es auch spannend.“

Hawk-Eye (auf Deutsch Falken-Auge) ist ein computergestütztes System zur Ballverfolgung im Sport. Strittige Situationen können, wie erwähnt, im Nachhinein nahezu zweifelsfrei geklärt werden. Entwickelt wurde das System im Jahr 2001 von Paul Hawkins, einem britischen Mathematiker. Hawk-Eye ist seit 2002 ein integraler Bestandteil des Tennis, im Juli 2012 wurde es von der FIFA testweise auch im Fußball eingeführt.

Hochgeschwindigkeits-Kameras. Das System basiert auf der Verwendung von mindestens vier Hochgeschwindigkeits-Kameras, die das Spielfeld aus verschiedenen Blickwinkeln heraus erfassen. Beim „Upper Austria Ladies Linz“ sind zehn Kameras im Einsatz. Ein Computer identifiziert zunächst in den zum selben Zeitpunkt geschossenen Einzelbildern der Kameras den Ball. Anschließend kann er durch Triangulierung (Position der Kameras und Winkel der jeweiligen Kamera zum Ball sind bekannt) die Position des Balls berechnen. Zur Veranschaulichung wird die Flugbahn des Balls anschließend für die Zuschauer in einer 3D-Animation dargestellt.

Kritiker Federer. Seit seiner Einführung bei Tennisturnieren wurde das System unter anderem von Roger Federer kritisiert, da es „ungenau“ sei. Bei den Australian Open 2017 gewann das Schweizer Tennisgenie jedoch das Turnier aufgrund einer Hawk-Eye-Entscheidung. Mittlerweile wird es bei drei der vier Grand-Slam-Turniere eingesetzt. Lediglich bei den French Open wird darauf verzichtet, da der Ball auf Sand einen sichtbaren Abdruck hinterlässt.

Echte Falken. Während die Diskussionen um die Zuhilfenahme neuer Technologien nicht allein im Tennis andauern, kommt in Roland-Garros tagtäglich ein anderes, urtümlicheres Überwachungssystem zur Anwendung. Allmorgendlich lässt ein Falkner seine dressierten Raubvögel – einen Wanderfalken, zwei Jagdfalken und drei Bussarde – in die Lüfte steigen, auf dass sie die baumbestandene Anlage von den lästigen Tauben säubern. Ohne das Falkenauge der Natur wäre eine ordentliche Abwicklung des Turniers undenkbar.

Bilder honorarfrei, Bildnachweis: Upper Austria Ladies Linz.

Unsere aktuellen News findet Ihr auch auf unseren Social-Media-Kanälen. Facebook: @wtaLinz. Twitter: @wtaLinz. Instagram: @wtaLinz.