2020

„Tiger“ Aryna Sabalenka kämpft sich zum Auftaktsieg

Topgesetzte schlägt starke Italienerin Jasmine Paolini –
Grabher muss verletzt aufgeben

Das war ein richtig hartes Stück Arbeit! Die Weltranglisten-Elfte Aryna Sabalenka hat bei ihrer Premiere beim Upper Austria Ladies Linz einen hart erkämpften Sieg eingefahren. „Tiger“ Sabalenka schlug die quirlige italienische Qualifikantin Jasmine Paolina auch dank der Hilfe von insgesamt elf Assen nach 86 Minuten mit 6:4, 6:4.

Die 22-jährige aus Belarus legte einen klassischen Fehlstart hin, bekam ihre sehr bewegliche Gegnerin aber nach einem 1:4-Rückstand besser in den Griff und schaffte mit fünf Spielen in Folge ein 6:4. Auch in Satz zwei wurde Sabalenka voll gefordert und musste auch einen Aufschlagverlust verkraften. Erst nach einem direkten Rebreak war sie nicht mehr von der Siegerstraße abzubringen und vollendete mit einer krachenden Vorhand. 

Sabalenka war das aber wohl immer noch nicht genug. Unmittelbar nach dem Match legte sie auf dem Center Court noch eine kleine Trainingseinheit ein und holte sich den nötigen Feinschliff für die nächsten Tage. „Natürlich würde ich gerne meine Saison mit einem Titel beenden. Ich werde alles dafür tun und werde an meinem Spiel arbeiten. Ich denke, dass es mir helfen wird, möglichst weit zu kommen“, resümierte Sabalenka in der anschließenden Pressekonferenz.

Mit ihrer ganzen Routine hat Vera Zvonareva das Ticket fürs Achtelfinale gelöst. Die Russin, die schon 2003 das Linzer Halbfinale und 2008 gar das Endspiel erreicht hatte, bezwang die 18-jährige Marta Kostyuk aus der Ukraine mit 6:4, 6:2. Die 36-jährige Zvonareva ist genau doppelt so alt wie ihre heutige Gegnerin war mit ihrer Leistung in diesem Generationenduell hochzufrieden: „Marta ist eine echte Kämpferin. Ich wusste, dass es ein enges Spiel wird. Ich musste mein bestes Tennis spielen, um sie zu schlagen. Am Anfang habe ich etwas gebraucht, um meinen Rhythmus zu finden, aber dann bin ich immer stärker geworden.“

Knöchelverletzung stoppt Julia Grabher

Die Vorarlbergerin Julia Grabher hat sich in ihrer ersten Partie beim Upper Austria Ladies Linz 2020 eine Verletzung am rechten Sprunggelenk zugezogen und konnte bei einer 3:2-Führung im ersten Satz ihr Match gegen Sorana Cirstea aus Rumänien nicht fortsetzen.
Die 24-Jährige knickte unglücklich um, und unterzog sich danach einer Behandlungspause. Zwar versuchte die Vorarlbergerin anschließend noch weiterzuspielen, musste aber nach nur einem weiteren Aufschlag tief enttäuscht den Center Court verlassen. Die Schmerzen waren einfach zu groß.

„Ich habe echt gut begonnen und mich super gefühlt. Beim Stand von 3:2 habe ich die Richtung gewechselt und dann einen „Klick“ im rechten Sprunggelenk gespürt. Danach konnte ich mich nicht mehr richtig abdrücken. Mehr weiß ich leider noch nicht. Bei dem kurzfristigen Scan hat man noch nichts gesehen, weil die Verletzung zu frisch ist. Nach einem MRT in Wien werde ich dann morgen hoffentlich mehr wissen“, bilanzierte Grabher.

Einen gelungenen Start ins Turnier feierte die Linz-Siegerin von 2018, Camila Giorgi aus Italien. Die 28-jährige bezwang die kampfstarke Defensivspezialistin Sara Sorribes-Tormo aus Spanien im bisher längsten Match des Turniers nach zwei Stunden und 38 Minuten mit 6:3, 5:7 und 6:4. Dabei machte sich Giorgi das Leben selbst etwas schwer. Im zweiten Durchgang führte sie bereits mit 4:1, verlor dann aber vier Spiele in Folge und am Ende auch den Satz mit 5:7. Auch im Entscheidungssatz ließ die Italienerin, die die deutlich mutigere Spielerin war, ihre Gegnerin nach einem 4:1 noch mal auf 5:4 herankommen, verwandelte aber schließlich ihren dritten Matchball. „Ich habe eine ganz Zeit lang sehr gut gespielt, aber manchmal ein bisschen zu sehr abgewartet. Ich freue mich, dass ich wieder in Linz bin, denn ich spiele besonders gerne in der Halle. Natürlich ist es ganz anders, ohne Zuschauer. Aber es ist einfach großartig, dass wir überhaupt spielen“, sagte Giorgi. 

Haas/Knoll müssen aufgeben

Auch die Doppel-Vorjahresfinalistinnen Barbara Haas (Österreich) und Xenia Knoll (Schweiz) haben ihr Auftaktmatch bei den Upper Austria Ladies Linz vorzeitig aufgeben müssen. Nachdem Haas/Knoll den ersten Satz bereits mit 0:6 verloren hatten, konnte die 28-jährige Knoll aufgrund von Bauchschmerzen nicht mehr weiterspielen.

Österreichs Nummer eins Barbara Haas bereitet sich nun auf ihr erstes Einzel beim Upper Austria Ladies Linz 2020 vor.  Am Mittwoch, dem „Porsche-Tag“ in der TipsArena trifft sie nicht vor 16 Uhr (live auf ORF Sport+ und Eurosport 2) auf die an Position fünf gesetzte Tschechin Veronika Kudermetova.