2020

Julia sieht die Chance als Außenseiterin

Sie ist nach Barbara Hass die zweite österreichische Hoffnungsträgerin beim Upper Austria Ladies Linz 2020! Julia Grabher (24) bekommt es am Dienstagnachmittag zum Auftakt mit der Rumänin Sorana Cirstea zu tun. Die Dornbirnerin, die wie im Vorjahr von Turnierdirektorin Sandra Reichel mit einer Wildcard für das letzte WTA-Turnier des Jahres ausgestattet wurde, trifft dabei erstmals überhaupt in ihrer Laufbahn auf die Rumänin.

Dass die 24-jährige Vorarlbergerin als Nummer 236 der WTA-Weltrangliste gegen die auf Position 87 rangierende Cirstea als Außenseiterin ins Spiel geht, liegt auf der Hand. Dennoch bleibt das Ziel von Grabher, erstmals die erste Runde in Linz zu überstehen. Im Vorjahr unterlag die amtierende ÖTV-Staatsmeisterin in der Auftaktrunde gegen die Slowakin Viktoria Kuzmova mit 4:6, 2:6. In den Jahren 2014 bis 2017 ist Grabher jeweils in der ersten Runde der Qualifikation gescheitert.

Die 30-jährige Sorana Cirstea hat bereits eine lange Laufbahn hinter sich. 2013 spielte die Tennis-Schönheit, die im Laufe der Jahre immer wieder mit Foto-Shootings für Sponsoren für Aufregung sorgte, ihr bestes Tennis, erreichte in der Weltrangliste mit Position 21 ihre beste Platzierung. Ihr größter Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier ist aber schon lange Zeit her. 2009 erreichte sie bei den French Open das Viertelfinale. Laut WTA hat Cirstea im Laufe ihrer Karriere 5,810,210 Millionen Dollar an Preisgeld eingespielt.

Von solchen Summen kann Julia Grabher nur träumen. Die Vorarlbergerin war bei den Juniorinnen schon recht erfolgreich, gewann EM-Silber im Doppel und konnte im Hauptbewerb der Junioren Grand Slams in Wimbledon, Australien Open, French Open die Luft der „Großen" schnuppern.

Auch bei den Damen konnte Grabher 2018 bei den French Open sowie 2019 bei den US Open an der Qualifikation teilnehmen. „Ich habe mich Schritt für Schritt nach vorne gearbeitet und mein bestes WTA-Ranking war“, erzählte Grabher. Das Ziel der 24-Jährigen sind die Top100. Um sich diesen Lebenstraum zu erfüllen, hatte sie 2019 eine Idee.

Weil eine Saison im Damentennis mit sehr hohen Kosten, ca. 100.000 Euro, verbunden ist, vertraut sie nicht nur auf treue Sponsoren. Mit der Crowdfunding-Initiative “I believe in you“ versuchte sie, mit Hilfe von privaten Gönnern die Ausgaben für den Saisonstart in Australien abzudecken. „Ich bin sehr glücklich, dass ich heuer wieder eine Wildcard in Linz von Sandra bekommen habe. Es wird aber natürlich ein hartes Match für mich“, sagte Julia Grabher, die sich der Unterstützung der österreichischen Tennisfans in jedem Fall sicher sein kann.