2020

Nadia Podoroska: Tennismärchen statt Karriereende

Argentiniens Sportwelt blickt im Moment nicht nur zum FC Barcelona, wo Superstar Lionel Messi kickt, sondern auch nach Linz! Ihretwegen: Nadia Podoroska heißt die junge Dame, die seit Monaten die Tennisbühne rockt. Und es gibt eine Parallele zum Fußball-Idol!

Rosario – der Geburtsort weltbekannter Persönlichkeiten! So erblickte der Superstar des FC Barcelona, Lionel Messi, genauso wie der berühmte Revolutionär Che Guevara in der argentinischen Millionenstadt das Licht der Welt. Das gleiche gilt auch für Nadia Podoroska!

Mit ihrem Halbfinaleinzug schrieb die argentinische Qualifikantin bei den French Open 2020 Tennis-Geschichte. Die 23-jährige Nadia Podoroska startete einen echten Erfolgslauf gewann erstmals überhaupt ein Hauptrundenmatch bei einem Grand-Slam-Turnier. Dann aber bis ins Halbfinale vorzupreschen, das war in der Geschichte des Profitennis seit 1968 in Paris noch keiner Qualifikantin gelungen. 

Nach einem Viertelfinaltriumph über die an drei gesetzte Mitfavoritin Elina Svitolina (Ukraine) wurde der Siegeszug der Argentinierin erst durch die spätere polnische Sensations-Turniersiegerin Iga Swiatek beendet. Die Glückwünsche ihrer legendären Landsfrau Gabriela Sabatini waren Podoroska aber gewiss. „Mit Herz und harter Arbeit hast Du ein beeindruckendes Turnier gespielt und gehörst nun zu den besten 50 der Welt. Folge weiter Deinen Träumen! Lass uns noch mehr erreichen!“, twitterte die einstige Weltranglisten-Dritte und US-Open-Siegerin von 1990 an Nadia Podoroska gerichtet.

Vor etwa zwei Jahren hatte noch rein gar nichts auf ein „Tennismärchen“ hingedeutet, ganz im Gegenteil: Podoroska hätte sich eine Reise nach Paris noch nicht einmal leisten können. Acht Monate war sie wegen einer Verletzung am rechten Handgelenk ausgefallen, die finanziellen Reserven gaben keine teuren Turniereisen mehr her. Das Karriereende war nicht mehr fern. „Ich hatte zu viele Verletzungen und bin im Ranking abgestürzt", sagte sie: „Das war die härteste Zeit."

Doch Podoroska kämpfte weiter und kehrte im März 2018 auf den Platz zurück. Es sollte sich lohnen, wie man in Paris gesehen hat. Nun fasziniert die freche Argentinierin (WTA 48) auch beim Jubiläum „30 Jahre Upper Austria Ladies Linz.“ Die argentinische Powerfrau steht nach ihrem Triumph über Camila Giorgi, die Linz-Siegerin von 2018, bereits im Viertelfinale. Die Chancen, dass sich ihr Tennismärchen auch in Oberösterreich fortsetzt, stehen nicht schlecht.