French-Open-Finale der Linz-Champions

Es ist das absolute Überraschungs-Finale der French Open! Dass am Samstag im Stade Roland Garros in Paris die Russin Anastasia Pavlyuchenkova und Barbora Krejcikova (Foto oben) aus Tschechien um ihren ersten Grand-Slam-Titel kämpfen, hatte kaum ein Tennis-Experte auf der Rechnung. Doch allen Linzer Tennisfans sind die beiden als Siegerinnen des Upper Austria Ladies noch in bester Erinnerung! Während Pavlyuchenkova im Jahr 2015 im Einzel in Linz gewann, holte sich Krejcikova 2019 an der Seite von Katerina Siniakova den Doppel-Titel bei der größten österreichischen Frauensportveranstaltung. Das Endspiel von Paris ist somit das Finale zweier Linzer Turniersiegerinnen!

Krejcikova, die ehemalige Nummer eins der Doppel-Weltrangliste, die zusammen mit Siniakova 2018 schon die French Open und Wimbledon gewann, hat schon im Herbst 2020 in Oberösterreich nachdrücklich unter Beweis gestellt, dass sie jetzt auch im Einzel die Weltspitze attackieren möchte. Im vergangenen November spielte sich die 25-Jährige bis ins Halbfinale und verlor nur knapp in drei Sätzen gegen die spätere Turniersiegerin Aryna Sabalenka aus Belarus. „Babora hat mich schon im letzten Jahr sehr beeindruckt. Sie verfügt über eine enorme Spielintelligenz und eine herausragende Übersicht. Außerdem ist sie so extrem nervenstark. Das hat Barbora auch im French-Open-Halbfinale gegen Maria Sakkari aus Griechenland bewiesen“, sagte Sandra Reichel, die Turnierdirektorin des Upper Austria Ladies Linz. Krejcikova gewann im ersten Grand-Slam-Halbfinale ihrer Karriere nach 3:18 Stunden gegen die favorisierte Sakkari mit 7:5, 4:6 und 9:7.
 
Im Finale trifft Krejcikova nun erstmals in ihrer Karriere auf Anastasia Pavlyuchenkova, die im Halbfinale Tamara Zidansek aus Slowenien mit 7:5 und 6:3 besiegte. Sechs Jahre ist es her als die damals 23-jährige Anastasia Pavlyuchenkova die umjubelte Siegerin in der Linzer TipsArena war. Im Endspiel bezwang die Russin vor ausverkauftem Haus Anna-Lena Friedsam aus Deutschland mit 6:4 und 6:3 und feierte in Oberösterreich den achten WTA-Titel ihrer Laufbahn. „In dieser Woche in Linz hat Anastasia gezeigt über was für ein großes Potenzial sie verfügt. Damals hat sie im gesamten Turnier nur einen einzigen Satz verloren und ist sehr dominant aufgetreten.  Sie hat niemals aufgehört an den ganz großen Erfolg zu glauben und ist jetzt mit 29 Jahren bei ihrem 52.Grand-Slam-Turnier erstmals ins Finale eingezogen. Das verdient allergrößten Respekt“, meint Sandra Reichel. 
 
Und wer holt sich jetzt den Titel? „Das ist für mich kaum vorherzusagen. Ich würde es beiden so sehr gönnen und freue mich riesig auf das Match. Dass zwei Spielerinnen, die bei uns in Linz triumphiert haben, jetzt gegeneinander um den Titel beim wichtigsten Sandplatzturnier der Welt spielen, macht auch uns ein bisschen stolz“, ergänzt Reichel.